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„Immer mehr Familien, nehmen Beratung in Anspruch“

Mechtild Gödde Foto: KJF Augsburg/Carolin Jacklin
26. April 2021

„Es waren abwechslungsreiche Jahre, in denen ich viel gelernt und mich nie gelangweilt habe“, sagt Diplom-Psychologin Mechtild Gödde (65) im Rückblick auf ihre 14 Jahre als Gesamtleiterin der Kinder- und Jugendhilfe Weilheim-Schongau der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) Augsburg. Ende April verabschiedet sie sich – wegen Corona ohne große Feierlichkeiten – in den Ruhestand.

„Mit Mechtild Gödde verabschieden wir eine sehr engagierte und fachlich hoch erfahrene Kennerin der Kinder- und Jugendhilfe“, sagt Daniel Kiesel, Vorstand Soziales bei der KJF Augsburg. „Die KJF Augsburg ist sehr dankbar für ihr umfassendes Wirken zum Wohle der uns anvertrauten Kinder, Jugendlichen und deren Eltern.“

Die Nachfolge in der Gesamtleitung der KJF Kinder- und Jugendhilfe Weilheim-Schongau, zu der auch die KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Weilheim, Penzberg und Schongau, die Clara-Fey-Tagesstätten in Schongau sowie die Angebote an Schulen gehören, übernimmt Stefan Ronnsiek, der bisher bereits als Gesamtleiter für die KJF Kinder- und Jugendhilfe Kaufbeuren-Ostallgäu verantwortlich ist und damit nun beide Einrichtungen verantwortet. Die Nachfolge von Frau Gödde als Leitung für die KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Weilheim, Penzberg und Schongau tritt Diplom-Psychologe Kurt Dorn an, der bereits seit vielen Jahren für die KJF Augsburg tätig ist und bisher schon für die KJF Erziehungsberatung Schongau verantwortlich zeichnete.
„Es ist dafür gesorgt, dass es gut weitergeht. Darum habe ich das Gefühl, dass ich gut gehen kann. Ein wenig Wehmut ist schon dabei, weil ich die Arbeit in der Jugendhilfe immer gerne gemacht habe, mit engagierten Teams an meiner Seite und in enger konstruktiver Abstimmung mit den Kooperationspartnern im Landkreis“, so Mechtild Gödde.

Ein ständiger Veränderungsprozess

 

Mechtild Gödde studierte zunächst in Frankreich Kunstgeschichte und Archäologie und schloss dieses Studium mit einem Magister ab. Danach begann sie Psychologie zu studieren und arbeitete nach dem zweiten Studienabschluss in der Forschung an der Ludwig-Maximilians-Universität sowie am Institut für Frühpädagogik in München. „Bereits während meiner Zeit in der Forschung interessierten mich besonders zwei Themen – die frühe Kindheit sowie das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in den unterschiedlichsten Familienkonstellationen“, berichtet die 65-jährige Diplom-Psychologin. „Nach einigen Jahren suchte ich ganz bewusst eine Tätigkeit mit mehr Praxisbezug und bewarb mich auf die bei der KJF ausgeschriebene Leitungsposition für die Region Weilheim-Schongau.“

2007 übernahm sie die Leitung der KJF Kinder- und Jugendhilfe Weilheim-Schongau. Zu dieser gehören die drei Standorte der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung in Weilheim, Penzberg und Schongau sowie die Clara-Fey-Tagesstätten in Schongau mit integrativem Kindergarten, Krippe, Hort und heilpädagogischen Gruppen für Vorschul- und Grundschulkinder. Mit der Jugendsozialarbeit an Schulen sowie der Schulsozialarbeit kamen in den vergangenen Jahren weitere Angebote zur Kinder- und Jugendhilfe Weilheim-Schongau dazu. Insgesamt 65 Mitarbeitende gehörten zuletzt zu ihrem Team.

Eine Entwicklung zieht sich laut Mechtild Gödde durch ihre Jahre bei der KJF Kinder- und Jugendhilfe: „Es werden immer mehr Familien, die Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen. Im zurückliegenden Jahr 2020 waren es 1.010 Kinder und Jugendliche sowie deren Familien, die wir allein durch die Erziehungsberatungsstellen begleitet haben.“ Die Diplom-Psychologin sieht darin auch den gesellschaftlichen Wandel abgebildet. „Gewissheiten verschwinden und es herrscht allgemein eine große Verunsicherung. Das war bereits vor der Corona-Pandemie so, welche diese aber noch zusätzlich verstärkt hat“, so Mechtild Gödde. „Gleichzeitig hat aber auch die Vielfalt an Möglichkeiten sich Hilfe zu holen, zugenommen, da ist es heute manchmal umso wichtiger, die Zahl an Lösungsideen zu sortieren. Durch unsere Arbeit helfen wir sehr häufig genau auch dabei.“

Auch die Digitalisierung hat das vergangene Jahr der Corona-Pandemie beschleunigt. „Online-Beratung haben wir schon vorher gemacht, aber nun sind auch Telefon- oder Videokonferenzen viel selbstverständlicher geworden“, berichtet Mechtild Gödde. „Auch meine Übergabe haben wir größtenteils so organisiert. Das war natürlich nicht ganz so persönlich, was schade ist, und den emotionalen Abschluss schwierig macht. Aber es bleiben mir gute und lebendige Erinnerungen an viele wertvolle Begegnungen in den zurückliegenden Jahren.“
Nun freut sich Mechtild Gödde vor allem auf die neue Freiheit und auf mehr Zeit mit der Familie, zu der unter anderem bereits zwei Enkelkinder gehören. „Ich habe jetzt viele Jahre sehr häufig am Schreibtisch gesessen, darum möchte ich künftig insgesamt einfach viel mehr draußen sein.“ (kr)

 

Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF)

Die KJF Augsburg ist einer der größten Anbieter für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsdienstleistungen in Bayern. Seit 1911 bietet das Sozialunternehmen vor allem Kindern, Jugendlichen und Familien mit rund 80 Einrichtungen und Diensten Lösungen für die verschiedensten individuellen Bedürfnisse an: in der Kinder- und Jugendhilfe mit Kindertagesstätten, Stationären Wohnformen oder Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung; in Berufsbildungs- und Jugendhilfezentren, durch Angebote für Beruf und Arbeit sowie Integrationsunternehmen und -dienste; in der Medizin mit mehreren Kliniken; in verschiedenen Schulen. Darüber hinaus bildet die KJF Augsburg kontinuierlich annähernd 500 Fachkräfte für soziale und medizinische Berufe aus.

Als christlicher Verband katholischer Prägung ist für die KJF und ihre rund 5.800 Mitarbeiter jeder Mensch wertvoll, unabhängig von Herkunft, Status, Religion oder Kulturkreis. Vorstandsvorsitzender ist Markus Mayer, Vorsitzender des Aufsichtsrates Domkapitular Armin Zürn.

Weitere Informationen zur KJF finden Sie unter www.kjf-augsburg.de.

Aktuelle Videos gibt es im YouTube-Kanal auf www.youtube.com/kjfaugsburg.